Von Michael Stock

Wie die drei so dasitzen an einem Tisch im Vereinsheim des FC Horb meint man, die jungen Herren kennen sich schon ewig. Das tun sie auch, zwei von ihnen waren eben nur mal ein paar Jahre weg. Doch nun ist es offiziell: Mile Gajic und Dominik Golubovic sind zurück bei ihrem Jugendverein – als Spielertrainer.

Das Gesicht von Gajic erhellt sich sofort, wenn er auf den FC zu sprechen kommt und er in Erinnerungen schwelgt. "Wir haben alle Jugendabteilungen durchlaufen, sind Horb sehr verbunden. Hätte ich nicht so Probleme mit dem ehemaligen Vorstand gehabt wäre ich wohl nie weggegangen", sagt der Ex-Salzstetter. In der Landesliga habe er gespielt, um sich weiterzuentwickeln. Nun sei es aber Zeit, jungen Spielern etwas beizubringen, "mir tut es weh, wenn ich sehe wo der FC gerade steht".

So geht es auch dem stellvertretenden Vorsitzenden des FC Horb, Sebastian Beron. Er ist froh, mit Gajic und Golubovic "gestandene Persönlichkeiten, Vorbilder, von denen man was lernen kann", an alter Wirkungsstätte zu wissen. Überhaupt sei es nicht selbstverständlich, dass ehemalige Topspieler wieder zu ihrem alten Jugendverein zurückkehren.

Und dort wartet ein ganzer Berg an Aufgaben. Beron und der Vorsitzende Stefan Aupperle setzen, wie sie es nennen, auf einen "Allgemeinverjüngungskurs. Wir wollen den Nachwuchs voranbringen, junge Spieler halten und früher oder später wieder den Aufstieg schaffen", benennt Beron einige Ziele. Beim FC setze man auf den Zusammenhalt untereinander, auch bei schlechten Leistungen werde an einem Strang gezogen. Am Mittwoch haben die neuen Übungsleiter das erste Mal mit den Spielern trainiert.

An der Stelle horcht plötzlich der bis dato eher ruhige Golubovic auf und bringt sich ins Gespräch ein: "Die Trainingsabteilung hier ist top, 17 Spieler waren da", sagt der 27-Jährige – auch im Hinblick auf seinen alten Arbeitgeber SF Salzstetten. Als er dort beim Vorstand auf die Mannschaftsdefizite und die fehlenden Spieler im Training aufmerksam machte, hat sich seiner Meinung nach nichts geändert. Der ausschlaggebende Punkt für den Bruch mit den Sportfreunden sei aber ein anderer. "Ich möchte mal eins klarstellen. Auch wenn das so rüberkommt und manche meinen, ich bin gegangen worden, stimmt das nicht." Nach dem Gespräch mit dem Vorstand habe er am Abend vor der Partie gegen Metzingen mit Trainer Andreas Hug telefoniert. Man sei übereingekommen, dass Golubovic die Hinrunde noch zu Ende spielt und man sich dann im Guten trennt.

So weit so gut? Von wegen. Golubovic zückt sein Handy und zeigt eine SMS, die nach besagtem Telefonat mitten in der Nacht von seinem Trainer gekommen ist. Darin geht der ihn in inhaltlich und stilistisch abfälliger Weise harsch an und wünscht ihm sonstwas; insgesamt nimmt sich die Textnachricht, gelinde gesagt, absolut nicht nett im Ton aus. Man merkt, dass Golubovic die Nachricht trifft. Der Bruch ist perfekt. "Als Trainer geht so ein Verhalten gar nicht, das ist respektlos", ist sich das Trio einig.

Der Blick ist zwar nun nach vorn gerichtet, aber die letzten Wochen scheinen Spuren bei Golubovic hinterlassen zu haben. Was er aus den vergangenen Wochen mitnimmt, könnte sich allerdings noch als nützlich für den FC erweisen: "Kommen Sie ruhig mal zum Training. Bei uns wird es ein Training mit nur fünf Spielern nicht geben. Wir kennen die Jungs, und die kennen uns. Sie müssen uns respektieren. Wer nicht spurt, fliegt raus", machen Golubovic und Gajic von vornherein klar.­ Eindeutiger geht’s nicht.